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Erzengel
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Sie lächtelt undeutlich, als ihr ihr eure Antworten mitteilt, ihrer Miene ist nichtssagend, trotzdem fühlt ihr euch betroffen, als sie ihre Stimme erhebt und ihrem Genossen einige Anweisungen in einer fremden Sprache gibt, worauf dieser einige Beutel öffnen, sein Messer an einem Lederriemen abzieht und beginnt, sich mit verschiedenen Materialien zu beschäftigen. Ihr seht goldglänzende Steine, silberne Münzen, Tierzähne und andere Gegenstände, die er mit einer unglaublichen Geschwindigkeit mit feinem Golddraht und einem Lederriemen zu mehreren Amuletten verarbeitet, welche er daraufhin der Alten gibt, welche sie in einen kleinen Ledersack legt, den sie mitsamt einigen Kräutern in das Kohlebecken wirft. Kurz darauf zieht sie ihn mithilfe einer grünglänzenden Metallzange wieder aus dem Feuer. Sie sieht euch nacheinander an, während Sie in den Lederbeutel greift.
Als erstes zieht sie zwei aus Silberdraht geflochtene Ketten aus dem Beutel, in die einige Silbermünzen eingearbeitet sind, welche abwechselnd eine geöffnete Hand und ein Schwert zeigen. Sie überreicht je eine der Ketten an Galdor und Telamon. "Wahrlich reinen Herzens sind nicht viele, doch ihr seid Lichter in der Dunkelheit. Möge euch dies ein Schutz sein, wenn ihr den Feinden des Lichts und der Rechtschaffenheit gegenübersteht. Doch wird es euch übel ergehen, solltet ihr euch mit diesem Talisman gegen Wahrheit und Edelmut entscheiden."
Danach greift sie wieder in den Beutel. Ein Lederriemen, auf dem mehrere durchbohrte schwarze Steine aufgereit sind, kommt zum Vorschein. Sie blickt Lena lange an, als sie ihr die Kette überreicht. "Niemand ist dir wichtige als du selbst?" fragt sie leise lachend. "Keine sinnlos Angewohnheit, doch nicht immer beliebt bei anderen. Doch ungeachtet dessen, diese Kette wird euch helfen, wenn ihr im Streite mit anderen steht, sie wird euch überzeugender machen, als ihr selbst es je könntet. Doch beachte: Rücksichtslosigkeit mag einem oft helfen, doch sie kann auch verderben."
Die nächste Kette ist aus verknotetem Golddraht, in den kleine Goldmünzen eingeflochen sind, welche ein breites Halsband bilden. Sie überreicht dieses Halsband an Adilah, wobei sie verschmitzt grinst. "Ein geldgieriger Zwerg. Wer gätte das gedacht. Doch nichts böses ist in deinem Herzen zu sehen, daher gebe ich dir diesen Talisman, welcher es dir ermöglichen wird, Gold zu finden, wo andere versagen, sei es in der Wildnis oder in den Gemächern feiner Herren. Doch beachte: Nicht Raub soll dir Wohlstand bringen, sondern harte Arbeit und Gefahren."
Mehrere dünne, seidene Fäden bilden die nächste Kette, in welche blinkende Perlmuttstücke eingearbeitete sind, welche ständig Farbe und Intensität zu verändern scheinen. Sie überreicht die Kette an Katelyn und lächelt dabei leise. "Ein unverdorbener, doch instabiler Charakter. Wer könnte es einer 23-jährigen übelnehmen, nicht festen Prinzipien zu folgen, sondern einen Weg zu ändern, wenn er ihr nicht mehr zweckmässig erscheint. Dieser Talisman möge dir helfen, wenn du an einer Kreuzung stehst und dir nicht sicher bist, welche Abzweigung du nehmen sollst. Doch bedenke, dass dies nur Ratschläge sind, entscheiden musst nur du allein."
Als sie jetzt den Beutel schüttelt, erklingt ein Rasseln und die letzte Kette, die sie aus der Tasche zieht und Syleria überreicht, scheint sie mit Abscheu zu erfüllen. Es ist ein schwarzer Lederriemen, an dem zahlreiche Wolfsreisszähne befestigt sind. Sie blickt Syleria zweifelnd an. "Grausamkeit ist kein guter Führer durch das Leben, denn was du anderen antust, fällt auf dich zurück, ob du es möchtest oder nicht. Aber da ich nicht dazu hier bin, euch zu bewerten, erhälst auch du ein Amulett. Dieses wird deinen Willen bestärken, wenn du bösen Dingen gegenübersteht, damit dein Herz nicht verzweifelt und sich dein Zorn gegen diejenigen richtet, die ihn auch verdient haben."
Lächelnd blickt sie euch an. Ich hoffe, diese antworten bringen euch rat auf eure fragen, denn mehr kann ich euch nicht sagen. über die vorkommnisse in diesem Turm weiss ich nichts, wie ich bereits erzählte, ich verbarg mich hier, seit das Böse einzug hielt. Doch ich bin zuversichtlich, dass ihr es schaffen könntet, das Böse zu vertreiben. Mit diesen Worten fällt sie zurück und scheint wieder in Trance zu versinken. Ihr begleiter zwinkert euch noch kurz vor, bevor der baldachin mit dem teppich und den darin sitzenden langsam verschwindet und ihr kurz darauf nur wieder einen sandhaufen zu sehen glaubt, wohlwissend, wer und was dort verborgen ist.
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Zitat:
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Das ist der Schinderhannes, Der Lumpenhund, der Galgenstrick...
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Carl Zuckmayer
Schinderhanneslied
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