Kolumne: Wie fühlt sich D3 für einen Gelegenheitsspieler an?

von Marco Dehner, Samstag, 02.05.2015, 12:00 Uhr

Heute ist es mal wieder Zeit für eine Kolumne. Diese soll sich mit der Frage nach ProGamern und Gelegenheitsspieler sowie dem Solo- bzw. Gruppenspiel in Diablo 3 beschäftigen. Wieviel Zeit muss man in Diablo 3 verbringen, um das Gefühl zu bekommen, etwas erreicht zu haben? Ist es für den geneigten Solospieler möglich, das Gefühl zu erlangen, fürs Spielen belohnt zu werden? Letztlich geht es wohl um die Frage, wie jeder Einzelne das Spiel erfährt?

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Wie komme ich auf dieses Thema für einen Meinungsbeitrag oder nennen wir es besser einen Erfahrungsbericht? Zum Einen natürlich durch meinen Beruf. Als Redakteur verfolgt man zwangsläufig viele Forendiskussionen und beschäftigt sich mit unzähligen Guideangeboten, sei es Levelguides, Farmguides oder Klassenguides, die alle das Ziel verfolgen, seine Spielweise möglichst zu optimieren, um den maximalen Erfolg zu erreichen. Zum Anderen sind es eigene Spielerfahrungen, die mich und meine Kollegen in der Redaktion gern diskutieren lassen.

Zunächst vorweg, ich liebe Diablo 3. Ich spiele, mit der ein oder anderen Pause, seit dem Erscheinen im Mai 2012. Auch ich bin mit Beginn der dritten Saison nun zum dritten Mal mit einem neuen Char bei Null gestartet und versuche möglichst gutes Equipment zu sammeln, um höhere Qual- und Griftstufen erfolgreich zu absolvieren. Und ich würde mich selber als Gelegenheitsspieler bezeichnen. Alles was ich im Folgenden anspreche, beruht ausschließlich auf eigenen Spielerfahrungen und dem Verfolgen von Forendiskussionen und erhebt keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit.

Obwohl ich meines Erachtens für einen Gelegenheitsspieler relativ viel spiele, durchaus bis zu vier Stunden am Abend wenn die Zeit es zulässt, und ich jetzt 34 Stunden reine Spielzeit in meinen Saison-Charakter investiert habe, spiele ich immernoch maximal Qual 4 und kann von Qual 6 nur träumen. Ein komplettes Set? Fehlanzeige. Zwei, maximal drei Teile sind es bei mir. Aber ich suche motiviert weiter. Sicherlich ist es ein riesen Unterschied, ob man allein spielt oder in einer Gruppe mit Freunden bzw. sich in einem offenen Spiel einer Gruppe von Abenteurern anschließt. Dies erhöht die Chance auf Beute ungemein. Dennoch bleibt bei mir das Gefühl, irgendwie werde ich mich nie mit den Spielern messen können, über die ich so oft und auch gerne berichte.

Was fällt mir als erstes auf? In der Öffentlichkeit liest (Foren, Guides) und sieht (Youtube) man hauptsächlich Spieler, die bereits nach kürzester Zeit hohe Paragonstufen aufweisen und augenscheinlich spielend die höchsten Griftstufen absolvieren. Dann schaut man auf sich und denkt, "Hmmm, was mache ich falsch?" "Ok, ich will nicht in den höchsten Stufen mitspielen, aber mir gefällt es eigentlich auch, wenn mir das ein oder andere Legendary und Setitem per orangenen oder grünem Strahl angezeigt wird".

D3_Raesta.Screenshot

Seit einiger Zeit stellt sich mir die Frage, ob man ProGamer sein muss, um das alles zu erreichen? Wieviel Zeit verbringen die Spieler im Spiel, die uns mit ihren Youtube-Guides erfreuen? Ich unterstelle an dieser Stelle den Youtubern und Guideschreibern einfach mal, dass sie seeeeeehr viel Zeit im Spiel verbringen, was sie in meinen Augen zu ProGamern macht. Vieles was diese erzählen ist stimmig und es sind in der Regel sehr gute Tipps, denen man gerne folgt oder folgen möchte. Doch gibt es da ein Problem: Die meisten Guides setzen voraus, dass man bereits maximales Equipment hat.

Da sind die neuen Sets schon zusammengefarmt, da geht man Rifts und GRifts auf Qual 6 in weniger als 2 Minuten. Legendaries über Legendaries werden den Zuschauern präsentiert und bei mir bleibt immer die Frage, mache ich irgendetwas falsch?

Hieraus entsteht meines Erachtens das einzige Problem, was ich in Diablo 3 und auch bei vielen Spielern sehe. Alle wollen möglichst schnell das Gleiche erreichen. Das heißt, alle Pflichtitems finden, z.B. den Ring des königlichen Prunks aus den Akt 1 Bounties erhalten. Alle wollen möglichst ebenso schnell durch die Gegnerreihen pflügen und ihr Equip schnellstmöglich optimieren. Man fühlt sich getrieben, alles möglichst schnell zu erhalten. Gelingt dies nicht, entsteht eine Unzufriedenheit, der man teilweise nur schwer entfliehen kann, durch den ständigen Vergleich mit den ProGamern.

Ich spreche da auch aus eigener Erfahrung. Ich bin immer wieder verwundert, wenn ich sehe, wieviele Ressourcen die Youtuber gesammelt haben, wieviele Legendaries da mal eben identifiziert oder zerlegt werden können und wieviele Portalsteine usw. sich im Inverntar befinden. Und zwangsläufig vergleich ich dies mit mir. Ja, es nimmt mir tatsächlich ein wenig an Spielfreude. Aber warum ist dies so?

Klar ist, und das ist auch gut so, dass man mit höherer Schwierigkeitsstufe größere Chancen auf Beute hat. Das ist fair. Was in meinen Augen unglücklich ist, ist die Mechanik, dass ab einem bestimmten Ausrüstungsstand und damit verbundenem Schwierigkeitsgrad das Finden von Legendaries zu einem Selbstläufer zu werden scheint. Legendäre Items fallen en masse und füllen die Taschen. In niedrigeren Stufen muss man dagegen teilweise stundenlang farmen, um auch nur ein positives Erlebnis zu haben. Besonders fällt dies auf, wenn man gerne Solo spielt, was ich sehr mag. Habe ich vor dem letzten Wochenende bevorzugt allein oder wenn es nach Feierabend passte mit Kollegen gespielt, habe ich mich nun zu öffentlichen Spielen angemeldet. Es war faszinierend zu sehen, welchen Einfluss das Gruppenspiel auf den Erfahrungsgewinn und vor allem auf die Chance, legendäre Gegenstände zu finden, hatte. Nicht das mir dies nicht vorher bekannt oder bewusst war, doch die Erfahrung zu machen, war etwas ganz anderes.

Allerdings habe ich auch gleich die für mich eher negativen Seiten kennen lernen dürfen. Personen, die eine Gruppe verlassen, da ihnen das offensichtliche Paragonlevel der Gruppenmitglieder nicht hoch genug war, um schnell durchzurennen. Oder Gruppen, die jeder für sich kreuz und quer über die Maps und durch die Bounties gejagt sind. Kommunikation Fehlanzeige. Das war schade. Dennoch habe ich einige neue Items erhalten, die mir neue Schwierigkeitsgrade öffnen. Gruppenspiel, egal wie bringt also mehr an Items. Aber bringt es auch mehr Spielspaß?

Spiele ich also weiter Solo, mit ein paar Ausflügen ins Gruppenspiel oder warte auf meine Kollegen, die Dank Familie noch weniger Zeit haben. Das bringt mich wieder zu dem Aspekt Zeit. Ja, Diablo 3 ist ein Spiel, in dem es letztlich nur um das Finden immer besserer Items geht. Und das macht Spaß. Doch egal wie, es benötigt viel Zeit. Ich werde sie mir auch weiterhin nehmen. Letztlich ist es ja die Jagd nach den Items, die den Wiederspielwert ausmacht. Wieviel Zeit ich tatsächlich investieren muss, um an mein gesuchtes Set zu kommen wird sich zeigen. Es muss ja nicht gleich ein uraltes Set sein.

Also zurück zu den Ausgangsfragen. Zeit muss man wohl recht viel aufwenden, um erstmal ein bestimmtes Level zu erreichen. Vor allem in neuen Saisons bedarf es auch für die ProGamer zu Beginn einigen Aufwands, ob nun allein oder in der Gruppe. Dennoch unterscheiden sich diese natürlich auch in ihrer Herangehensweise und den optimalen Weg, den sie gehen, um an ihren Loot zu kommen. Der Gelegenheitsspieler hingegen wird einfach weiterhin viel Zeit benötigen und natürlich jede Menge Glück, damit bei relativ wenig Loot, das richtige Item fällt. Aber auch er, also auch ich, werden mit der Zeit stärker. Der wichtigeste Aspekt ist wohl, dass man sich im Vergleich mit den ProGamern nicht selber unter Druck setzen darf. Ich spiele weiter gerne Diablo 3 und freue mich jedes Mal darauf, mit Freunden zu spielen. Letztlich ist auch dieses Spiel nur das, was man daraus macht.

Eventuell gibt es da draußen ja Spieler, denen es ebenso geht. Die sich als Gelegenheitsspieler bezeichnen, relativ wenig Zeit aufbringen können und die ähnliche Erfahrungen gesammelt haben. Schreibt eure Meinungen in die Kommentare. Aber auch allen "ProGamern" sind aufgerufen ihre Erfahrungen zu teilen. Schließlich spielen wir alle sehr gerne Diablo 3.

Ich wünsche allen ein schönes Wochenende.

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