Der (durchaus subjektive) Stand der Dinge

von Garry, Montag, 04.06.2012, 15:41 Uhr
Diablo 3 ist jetzt knappe drei Wochen auf dem Markt. Die Verkaufszahlen sprechen für sich, und das Spiel hält sich locker auf Platz 1 der Media Control Charts. Wie lange das noch der Fall sein wird wissen wir nicht, aber kann man getrost davon ausgehen, dass das noch eine ganze Weile so bleiben wird. Typisch für ein Blizzard Spiel, was im Vorfeld alleine schon aufgrund der eigenen Vergangenheit gehyped worden ist wie kaum ein Spiel zuvor. Aber hat Diablo 3 unsere Erwartungen erfüllt? Haben wir das bekommen, was wir wollten? Hat sich die jahrelange Wartezeit gelohnt?

Wir von diii.de haben uns darüber Gedanken gemacht und auch in die Community hinein gehört. Entstanden ist ein kleiner Bericht zum Stand der Dinge, den wir euch nun natürlich zur Lektüre empfehlen wollen ;).

Fallen wir am besten gleich mit der Tür ins Haus. Wir haben den Eindruck, dass Diablo 3 im Großen und Ganzen das Spiel ist, was wir alle erwartet haben und was wir haben wollten. Es ist wahrlich nicht perfekt – nur welches Spiel ist schon perfekt. Der etwas distanzierte Blick auf der Spiel selbst wird natürlich von den Serverproblemen getrübt, die nun – knapp drei Wochen nach Release – noch immer vorhanden sind. Schwierigkeiten beim Einloggen (Fehler 37!), ein nicht funktionierendes Auktionshaus, nicht angerechnete Erfolge und einiges mehr machen ein ungetrübtes Spielerlebnis unmöglich.

Das allerdings sind technische Kinderkrankheiten, die wir hier einmal außen vor lassen wollen. Wir sind guter Dinge und glauben und hoffen, dass Blizzard das alsbald in den Griff bekommen wird und wir in einigen Wochen über die Startschwierigkeiten nur noch müde lächeln werden. Nicht, dass wir uns falsch verstehen: zu entschuldigen ist das absolut nicht und man muss hier auch mal ernsthafte Kritik äußern dürfen. Dass man einen Patch 1.02a aufspielt und danach das AH nicht mehr funktioniert – das ist in unseren Augen unentschuldbar und wir können nur vermuten, dass dieser Patch nicht alle QA-Stufen (Qualitiy Assurance, Qualitätssicherung) durchlaufen haben kann. Das zeigt vermutlich auch, wie man bei Blizzard unter Druck steht und Fehler möglichst schnell beheben will. Zur Not dann eben auch mal ohne den langwierigen Prozess mehrerer Überprüfungsrunden.

Aber konzentrieren wir uns einmal auf das Spiel selber. Wenn man in den diversen Foren stöbert, dann kann man sehr den Eindruck gewinnen, dass Blizzard hier ein Desaster fabriziert hat. Da sind seitenlange Hasstiraden in den offiziellen Foren zu sehen, in denen man sich über den mangelhaften und schlechten und unpassenden Loot auskotzt. Auch wird immer wieder das Skillsystem kritisiert, was zwar flexibel wäre, aber doch wieder bestimmte Skills zwingend voraussetzt um in Inferno überleben zu können.

Besonders der Loot ist eines der Top-Themen. Vielfach heißt es, dass es nicht motivierend wäre, wenn immer nur weiß und blau und gelb droppt, aber so gut wie nie ein Legendary oder ein Set-Item. Ja, es mag jetzt wieder vereinzelte Spieler geben, die das nicht bestätigen können und stolz ihrer aberwitzige Legendary Sammlung präsentieren können. Aber die überwältigende Masse an Spielern hat noch nie ein legendäres Item gefunden – so wie der Autor dieses Berichtes übrigens auch nicht.

Auch hätte Blizzard niemals die Verzauberin aus dem Spiel nehmen dürfen, das hätte das Ganze noch viel individueller gemacht und mehr Abwechslung gebracht. Es droppen auch zu wenig Ringe und Amulette und die AH Preise sind dementsprechend abartig hoch – vor allem dann, wenn die richtigen und passenden Attribute in Kombination drauf sein sollen.

Ist dem wirklich so?

Vermutlich kann man die oben aufgezählten Punkte so sehen. Natürlich ist es enttäuschend, wenn nach drei Wochen Spielzeit die Farbe grün oder orange noch immer nicht auf dem Diablo 3 Boden gesichtet worden ist. Doch – das ist das Spiel! Ja, das ist das Spiel und ehrlich gesagt WILL ich persönlich das gar nicht anders erleben!

Diablo 3 ist ein von Zufälligkeiten geprägtes Spiel. Wenn man seine Ausrüstung optimieren will und diese Inferno tauglich machen will, dann wird man um Handel nicht herum kommen. Dafür ist das AH da, wenngleich die Preise für entsprechende Items ungeheuer hoch sind. Es ist für so gut wie jeden von uns unmöglich, entsprechende Inferno Ausrüstung durch Soloplay zu erhalten. Man kann einmal ein Item für einen bestimmten Slot erfarmen, sicher. Aber bestimmt nicht für alle Slots, die ein Charakter besitzt. Das AH ist zwingend erforderlich, oder aber viele Mitspieler, die an einen denken, wenn sie mal etwas Nettes und Passendes finden.

Das Spiel ist quasi um das AH herum designed worden. Blizzard wollte den Handel, den es schon in Diablo 2 gab, selber verwalten und möglich machen und das lukrative Feld nicht Dritten überlassen. Das ist absolut in Ordnung und im Grunde ist ihnen das mit dem sehr guten AH auch gelungen (vorausgesetzt es funktioniert so, wie es soll). Man kann darin stöbern und wenn ein Item zu teuer ist, dann muss sich eben ins Spiel begeben und Gold farmen. Das ist langweilig, meint ihr? Weit gefehlt – es kommt nur darauf an, was man draus macht.

Ich selber habe mit drei Freunden erst einige Stunden Treasure Goblins gefarmt! Und nein, das war nicht langweilig, sondern echter Fun. Wir haben uns auf einem Teamspeak-Server getroffen und jeweils immer vier verschiedene Spiele eröffnet: Akt II Inferno, Wegpunkt Uralter Pfad. Gleich rechts davon ist die Chance sehr hoch, dass dort ein Goblin sitzt und netten Loot parat hält. Alle anderen Spieler wurden via TS informiert, wenn sich ein Goblin zeigte, und die sind dann dem entsprechenden Spiel beigetreten. Rauf auf den Goblin und versucht ihn einzusperren. Das gelingt nicht immer und wenn er mal das Laufen anfängt, dann wars das und man wird ihn vor der Teleportation nicht mehr besiegen können. Haha, egal, nächster Versuch!

Das mag eintönig klingen, aber das ist Diablo. Nicht anderes wollte ich, als ich auf das Spiel hingefiebert habe all die vielen Jahre. Ich wollte Items jagen, ich wollte grinden, ich wollte farmen, ich wollte handeln, ich wollte im AH stöbern, und ich wollte mir in Inferno so richtig die Fresse polieren lassen. Ich will überhaupt nicht, dass sich nach zwei oder drei Wochen Spielzeit alles auf meinem Charakter wiederfindet, was Rang und Namen hat. Laaangweilig!

In Diablo 2 haben wir teilweise Jahre gefarmt und doch nie unser Tal'Rasha Set komplettieren können. Es hat uns nichts ausgemacht. Sicherlich kann man eventuell über die "Motivations-Drop-Chancen" von legendären und Set-Items diskutieren. Vielleicht kann Blizzard da ein wenig nachhelfen, so dass man auf dem Weg zu Level 60 zumindest hin und wieder von einer anderen Dropfarbe geblendet wird. Und wenn es nur etwas ist, was man ins AH stellen kann – Geld brauchen wir so oder so in rauen Mengen, nicht wahr?

All die Kritiker sollten bedenken, dass wir hier kein MMO spielen. Es gibt nicht "das Item", was man sich bei einem Raidboss garantiert erspielen kann, wenn man oft genug dabei ist. Wir spielen hier ein Hack and Slay und ertrinken in einer Flut von unnützem Zeug und schimpfen, wenn ein Rare wieder nicht die Stats hat, die man eigentlich bräuchte. Aber genau das will ich, das ist Diablo für mich, ich kann mich da nur wiederholen.

Es macht mir großen Spaß im gamona TS zu sitzen, mit sehr netten Leuten zu quatschen, mich über die ebenfalls dort vorhandene Hardcore-Fraktion lustig zu machen (welch Zeitverschwendung!^^), mit anderen Spielern Items zu tauschen, heftig über Skillungen des DH zu diskutieren, und mit anderen verrückten Typen stundenlang Treasure Goblins zu farmen.

Diablo 3 ist ein tolles Spiel. Es hat seine Ecken und Kanten, ja. Aber letzten Endes kommt es immer darauf an, was man selber daraus macht. Man sollte dem AH und seinen Möglichkeiten offen gegenüber stehen, denn Handel gehört dazu. Und wem das Spiel aufgrund des sterilen AHs und der unglücklich umgesetzten Chat-Channels zu unpersönlich geworden ist, der sollte all die anderen Möglichkeiten nutzen, die das Internet heute bietet. Möglichkeiten zum sozialen Miteinander gibt es mehr als genug, man muss nur nicht immer alles schlecht reden und sich all dem mit Bedacht und Verstand annähern. Dann erfährt man auch ein ganz anderes und tolles Spielerlebnis.

Und wer lieber alleine spielt: auch ok. Es liegt bei jedem selber, wie er das Spiel angeht und spielt. Ich finde, Diablo 3 könnte noch die Verzauberin ertragen (Addon, ich hör dir trapsen), mir fehlen durchaus auch Dinge wie Runenwörter oder der Horadrimwürfel – das gebe ich gerne zu. Doch Blizzard wird hier nachlegen, da bin ich mir sehr sicher und bis dahin habe ich zumindest mit dem Spiel großen Spaß und vielleicht habe ich bis dahin auch unseren Freund Dibbelo in Inferno gelegt. Zusammen mit meinen virtuellen und Real Life Kumpels.

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Diablo 3 – Patch 2.4.2

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